Tagungsprogramm
Dienstag, den 30. September 2003
Sitzung 4: Holztragwerke
Sitzungsleitung: Prof. Dr.-Ing. Harald Schorn
- Modellierung und fertigungsgerechte Entwicklung von Verstärkungsgestricken
für Holz-Textil-Kunststoffverbunde
P. Offermann, A. Ünal, Th. Engler (TU Dresden)
Zusammenfassung: Es werden erste Ergebnisse zur Entwicklung einer räumlichen, formgerechten Gestrickstruktur aus Hochleistungsgarnen zur Verstärkung von Holzbauteilen vorgestellt.
- Die Verwendung technischer Textilien zur Verstärkung im Holzbau
P. Haller, T. Birk (TU Dresden)
Zusammenfassung: Die Querzug-, Scher- und Lochleibungsfestigkeiten von Holz sind gering. Den daraus resultierenden Problemen kann speziell im Bereich von Anschlüssen durch den Einsatz von textilen Bewehrungen begegnet werden. Der Artikel faßt die Ergebnisse von Versuchen zur Lochleibungsfestigkeit an beanspruchungsgerecht verstärkten Holzbauteilen mit einem Einzeldübel unter Belastung parallel zur Faser zusammen. Die applizierten Strukturen unterscheiden sich dabei hinsichtlich des eingesetzten Fasermaterials (Verstärkungsfaser: Glas; Maschen- und Nähfaden: Glas, Aramid), der Fadenfeinheit, des erzielten Bewehrungsgrades und des Herstellverfahrens. Neben konventionellen Glasfasergeweben wurden multiaxiale nähgewirkte Glasfaser-Gelege und biaxial verstärkte Gestricke untersucht. Diese kraftflußgerechten Bewehrungsstrukturen sind im Vergleich zu konventionellen textilen Strukturen deutlich besser in der Lage, auftretende Spannungsspitzen im Bereich von stiftförmigen Verbindungsmitteln aufzunehmen und abzuleiten.
- Charakterisierung der Verbundfestigkeit und Dauerhaftigkeit von textilbewehrtem
Holz
P. Haller, R. Putzger (TU Dresden)
Zusammenfassung: Aufgrund der hohen mechanischen Beanspruchung kommt es neben Holz- und Fadenbrüchen häufig zum Ablösen des Textils infolge ungenügender Haftung auf der Holzoberfläche, wodurch besonders Hochleistungsfasern oder größere textile Flächengewichte in ihrer Wirksamkeit begrenzt werden. Der Optimierungsprozeß kann sich daher nicht auf die beanspruchungs- und formgerechte Führung der Textilfäden beschränken, sondern muß gleichrangig die Erhöhung der Verbundfestigkeit zwischen Holz und Textil zum Ziel haben. Die Verwendung von textilen Bewehrungen verlangt sowohl eine hohe Ausgangsfestigkeit als auch eine große Zuverlässigkeit des Verbundes während der gesamten Nutzungsdauer. Dies setzt geeignete Materialien und Aufbringverfahren voraus und erfordert zur Erzielung eines wirksamen Holzschutzes fundierte Kenntnisse über die Wirkung aller Witterungsfaktoren auf den Holz-Textil-Verbund.
- Theoretische und experimentelle Kerbspannungsanalyse bei Textil-Holz-Mehrschichtverbunden
mit Inserts
W. Hufenbach, L. Kroll, A. Langkamp, M. Lepper, B. Werdermann (TU Dresden)
Zusammenfassung: Bei vielen Holzverbindungen ist das Kerbspannungsproblem im Bereich von Bohrungen mit metallischen Verbindungselementen von besonderer Bedeutung für die Dimensionierung der gesamten Holzkonstruktion. Die realistische Beschreibung der hier auftretenden Spannungsüberhöhungen und Versagensphänomene erlaubt durch beanspruchungsgerechte Textilbewehrung eine optimale Gestaltung der Störzonen, womit die Tragfähigkeit der Holzkonstruktion deutlich erhöht wird. Für die Simulation derartiger Verbindungselemente bei Holz-Textil-Verbundkonstruktionen werden werkstoffmechanische Modelle entwickelt, die die durch Inserts und Bolzen induzierte Beanspruchung im Kerbbereich erfassen. Die theoretischen Modelle werden in umfangreichen experimentellen Untersuchungen verifiziert.
- Glasfaserverstärkte Holzrahmenkonstruktionen unter Erdbebenbelastung
B. Kasal (North Carolina State University)
Zusammenfassung: In dieser Veröffentlichung werden die Ergebnisse von Untersuchungen an Rahmentragwerken aus laminiertem Holz vorgestellt. Dabei wurden Modelle als auch Großproben dynamischen Belastungen unterzogen. Für die Rahmen in Stütze-Riegel-Bauweise wurde im Bereich der glasfasserbewerten Verbindungen, teilweise verdichtetes Holz verwendet. Die Versuche zeigen, dass Faserbewehrung und Verdichtung die Tragfähigkeit und das Energiedissipationsvermögen der Verbindungen signifikant verbessern. Auf einem Erdbebentisch durchgeführte Untersuchungen unterstreichen das exzellente Tragverhalten der Rahmenkonstruktionen bei voller Bemessungslast selbst für sehr starke Bewegungen infolge eines Erdbebens.


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